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©1986, 1990 U. 2002 John Petroff, translated 2007 by Tanja Detwiler |
EINLEITUNG
Das Wirtschafts- oder Einsparungsproblem bezieht sich auf die effiziente Nutzung
von
knappen Ressourcen, um die unbegrenzten Bedürfnisse der
Gesellschaft zu befriedigen. Die
Bedürfnisse sind nachweislich unbegrenzt. Die Ressourcen werden katalogisiert. Das
Wirtschaftsproblem wird mit Hilfe der Produktionsmöglichkeitskurve untersucht,
die zeigt, dass es nötig ist, eine Wahl zu treffen und dass ein
Wirtschaftswachstum nur dann möglich ist, wenn knappe Ressourcen auf
effiziente Weise verwendet und erweitert werden.
DIE UNBEGRENZTEN BEDÜRFNISSE
Durch die Beobachtung, dass Dinge, die zuerst als Luxus betrachtet werden,
nach einiger Zeit zu lebensnotwendigen Gütern werden, kann gezeigt werden, dass
die Bedürfnisse von Einzelpersonen immer weiter zunehmen.
| Die Menschen scheinen nie mit den Dingen zufrieden zu sein, die sie haben: sie wollen immer mehr. Dies kann als Gier erscheinen, es kann jedoch auch einfach das Bedürfnis der Menschen widerspiegeln, immer eine Verbesserung anzustreben. |
LEBENSNOTWENDIGE GÜTER
Die Dinge, ohne die die Menschen nicht leben können, werden
lebensnotwendige Güter genannt. Dazu gehören zum Beispiel Grundnahrungsmittel,
eine Unterkunft, sowie Strom, Gas und Wasser.
| Jeder Mensch hat verschiedene Dinge, ohne die er nicht leben kann. Wasser, Nahrung und eine Unterkunft sind die ersten Dinge, an die man denkt. Für eine kranke Person können auch Medikamente lebensnotwendige Güter sein. |
KNAPPE RESSOURCEN
Es gibt sowohl menschliche als auch andere Ressourcen. Bei den
menschlichen Ressourcen oder dem Humanvermögen handelt es sich vor allem
um Arbeit. Die anderen Ressourcen sind Land und Kapital.
Das Angebot aller Ressourcen ist genau das, was heutzutage
stattfindet. Um dieses Angebot zukünftig zu vergrößern, ist ein Verzicht
vonnöten.
| Alle Ressourcen sind begrenzt. Wenn man sich die Menschenmenge in einer Straße der Innenstadt vorstellt, so erkennt man sofort, dass die begehrenswertesten Orte knapp sind. Das Angebot von Kapital ist auch knapp, weil seine Produktion Zeit und einen vorhergegangenen Konsum erfordert. Sogar die Arbeit ist begrenzt, weil uns allen nicht unbegrenzt Zeit dafür zur Verfügung steht. |
DIE ARBEIT
Die vielen verschiedenen Formen von Arbeit erfordern oft Fähigkeiten. Die
Fähigkeiten werden durch die Ansammlung von Humankapital gesteigert. Das
Humankapital besteht aus Aus- und Weiterbildung, guter Gesundheit und
Mobilität. Die Entschädigung oder der Preis für Arbeit wird Lohn oder Gehalt
genannt.
| Alle Formen von menschlichen Bemühungen erfordern Aufmerksamkeit und Anstrengung. Man kann nur hoffen, dass die Arbeit, die man ausübt, auch Spaß macht, aber auch dann ist es trotzdem Arbeit. Das bezieht sich sowohl auf Baggerfahrer oder Wissenschaftler, als auch auf Buchhalter, Musiker oder Künstler. |
DER BODEN
Der Boden ist ein kostenloses Geschenk der Natur. Dazu gehören sowohl
Landparzellen als auch alles, das aus dem Boden gewonnen werden kann (wie z.B.
Mineralien, Holz oder landwirtschaftliche Produkte). Da (zumindest im Moment)
dem Menschen nur die Dinge, die sich auf unserem Planeten befinden, zur Verfügung
stehen, ist der Boden eindeutig begrenzt. Die Entschädigung für die Landnutzung ist
die Miete.
| Manchmal ist es schwierig, zwischen Boden und Hinzufügungen oder Verbesserungen des Bodens zu unterscheiden. Diese sind Kapital und nicht Boden. Diese Verbesserungen und Hinzufügungen können ausgedehnt werden, weil sie die Arbeit von Menschen sind. Auf einer Landparzelle können mehrere und bessere Häuser gebaut werden. Aber der Boden selbst kann nicht verändert werden, denn die Landparzelle bleibt immer dieselbe. |
DAS KAPITAL
Kapital beinhaltet alle Formen von Produktionsmitteln:
Fabriken, Maschinen und Ausrüstungen. Kapital kann nur dadurch vergrößert
werden, indem die Ressourcen anderen Dingen als der Herstellung von
Konsumgütern gewidmet werden. Die Entschädigung für den Gebrauch von Kapital
sind die Zinsen.
| Für die Produktion von vielen Waren wird eine Fabrik mit zahlreichen Maschinen benötigt, und das wird von Wirtschaftswissenschaftlern Kapital genannt. Logischerweise haben die Fabrik und die Maschinen beträchtliche Mengen an Produktion, Arbeit und Vermögenswerten erfordert. Diese wurden jedoch nicht verbraucht sondern angesammelt, um die Herstellung von anderen Gütern zu ermöglichen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Kapital oft mit der Ansammlung von Geldvermögen gleichgesetzt, doch für Wirtschaftswissenschaftler ist vor allem das Sachkapital von Bedeutung. |
DAS UNTERNEHMERISCHE TALENT
Das unternehmerische Talent ist die Fähigkeit des Besitzers (oder
Verwalters) eines Unternehmens, alle benötigten Ressourcen zusammenzuführen, um die
Produktion von Waren oder Dienstleistungen zu
ermöglichen. Die Entschädigung für das unternehmerische Talent ist der Gewinn.
| Die Vereinigten Staaten sind gesegnet mit unternehmerischer Bevölkerung. Jedes Jahr erfolgen ungefähr eine halbe Million Unternehmensgründungen. Leider scheitert die Mehrheit von ihnen im ersten Jahr. Unternehmer müssen in der Tat ein großes Risiko eingehen. Aber diejenigen, die Erfolg haben, könnten eines Tages die Besitzer einer der führenden Kapitalgesellschaften sein. |
DIE PRODUKTIONSMÖGLICHKEITSKURVE
Die Produktionsmöglichkeitskurve zeigt alle Kombinationsmöglichkeiten von
zwei Waren, die von einem Land produziert werden können. Die Kurve ist (von ihrem
Ausgangspunkt aus gesehen) konkav, aufgrund des Gesetzes der steigenden Kosten.
Die Kurve bildet eine Grenze: außerhalb der Kurve ist die Produktion nicht
machbar, innerhalb der Kurve hingegen ist sie ineffizient.
| Eine sehr nützliche Statistik wird vom US-amerikanischen Handelsministerium erstellt: die Statistik über die Ausnutzung der Betriebskapazitäten. Sie zeigt, welcher Anteil der US-amerikanischen Produktionskapazitäten genutzt wird und demzufolge auch, welcher Anteil ungenutzt bleibt. Diese Zahlen können nur berechnet werden, wenn vorher die gesamte Produktionskapazität der USA eingeschätzt wird. Dies ist eines der Ziele der Produktionsmöglichkeitskurve. |
DAS GESETZ DER STEIGENDEN KOSTEN
Wenn ein Land versucht, die Produktion einer Ware zu steigern, muss es eine
ständig größer werdende Menge der anderen Ware aufgeben, weil die
Ressourcen für verschiedene Produkte nicht im gleichen Maße produktiv
sind. Aufgrund dieser steigenden Opportunitätskosten ist die Kurve (von ihrem
Ausgangspunkt aus gesehen) konkav. Daraus erfolgt für jede Gesellschaft die
schwierige Wahl einer Kombination von Waren, die am besten die Vorlieben der
Kunden trifft.
| Für verschiedene Arten von Produktionen sind die Ressourcen NICHT im gleichen Maße produktiv. Sie neigen dazu, spezialisiert zu sein. Dies gilt vor allem für die Arbeitnehmer, die im Allgemeinen dann am produktivsten sind, wenn sie ihre besten Fähigkeiten anwenden. Wenn ein Land versuchen würde, die Produktion einer Ware zu steigern, indem es die Arbeitnehmer von der Arbeitstelle, in der sie am produktivsten sind, verlagert, so sänke die Gesamtproduktion. Dies wird in dem Gesetz der steigenden Opportunitätskosten festgehalten. |
DIE EFFIZIENZ
An jedem Punkt innerhalb der Produktionsmöglichkeitskurve sind die
Produktionsfaktoren entweder ungenutzt oder nicht ausgelastet. Eines der Ziele
der Wirtschaftswissenschaft sollte es sein, solche Situationen zu vermeiden und
das maximale Potential der Produktion und des Konsums anzustreben.
| Wenn die Statistik über die Ausnutzung der Betriebskapazitäten, die vom US-amerikanischen Handelsministerium erstellt wird, sehr niedrig ist, so zeigt sie an, dass das Land seine Produktionskapazitäten nicht auf effiziente Arten ausnutzt. Dies geschieht in der Tat in Zeiten eines Konjunkturrückgangs, zum Beispiel während der großen Depression in den 1930er Jahren. |
DAS WIRTSCHAFTSWACHSTUM
Es ist nicht möglich, die Punkte außerhalb der Produktionsmöglichkeitskurve
zu erreichen, ohne die Menge der zur Verfügung stehenden Ressourcen zu
erhöhen. Dafür müssen einige der Ressourcen auf die Produktion von
Kapitalgütern gerichtet werden (und damit muss auf die Produktion von einigen
Konsumgütern verzichtet werden). Zusätzlich ist auch oft ein technischer
Fortschritt vonnöten, um die Menge der vorhandenen Ressourcen
auszudehnen.

| Eine Untersuchung von Edward Denison hat gezeigt, dass das US-amerikanische Wirtschaftswachstum der Zunahme der Produktionsfaktoren (vor allem der Arbeit und des Kapitals) zu verdanken ist, aber ein großer Anteil des Wachstums liegt auch an Verbesserungen der Produktivität. |
Fragen zur Wiederholung des Kurses
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