© 2000 John Petroff; Übersetzung: Hans H. Knauf  

G- Analyse der Außenstände

 

Außenstände werden untersucht, um festzustellen, wie ein Unternehmen seinen Umsatz in Bargeld verwandelt. Es ist also eine Einschätzung seiner Kredit- und Einzugspolitik. In Kapitel 4 Abschnitt A wurde bereits über einige größere Aspekte von Kredit und Einzug diskutiert. Eine Analyse der Qualität der Außenstände ist deshalb notwendig, weil Kreditgeber sich nur auf das Bargeld, das sich auf dem Bankkonto des Unternehmens befindet, verlassen können, nicht aber auf die Versprechen der Kunden des Kreditnehmers. Die Analyse der Außenstände muss sich aber die Außenstände auch als ein Mittel für die Erhöhung der Umsätze ansehen. Es kann für ein Unternehmen nachträglich sein, wenn man ein solches Werkzeug nicht oder zu oft benutzt. Daraus ergibt sich die Bedeutung dieser Untersuchung für einen Finanzanalysten über das was für den Kredit und den Einzug hinaus getan wurde.

1)- Außenstände Fluktuation

Die Liquidität der Außenstände wird im Allgemeinen erst einmal mithilfe eines Außenstände-Fluktuations Ratios (accounts receivable turnover ratio = A/R) bestimmt:

A/R Turnover = Verkäufe auf Kredit / Außenstände

Lassen Sie uns einmal den Wert in 1999 von 7,35 für den Außenstände Fluktuation Ratio von Timken ansehen, in Timken_Ratios . Umsatz von $ 2 495 Millionen, die dem TARGET="Framebottomright">Timken Ertragsrechnung entnommen wurde und Außenstände in Höhe von $ 339,3 Millionen aus der Timken Bilanz von 1999. Der Außenstände/Fluktuations Ratio von Timken ist tatsächlich

A/R Turnover = 2,495 / 339.3 = 7.35

Der Außenstände-Fluktuationsratio zeigt die Fähigkeit eines Unternehmens, mit seinen Investitionen in die Außenstände Umsätze zu schaffen. Verkäufe gegen Bargeld sollten in diesen Zahlen nicht enthalten sein, aber das ist im Allgemeinen für einen Außenseiter nicht möglich (und tatsächlich auch nicht für die in diesem Text benutzen Zahlen aus einer Ertragsrechnung). (Im Englischen) benutzt man meistens die Abkürzung A/R als Denominator. Beachten Sie jedoch, dass in den meisten Fällen der A/R auch der niedrigste Ratio ist, weil alle Firmen es vorziehen ihr Finanzjahr zum Zeitpunkt ihrer saisonal niedrigsten Verkaufsaktivitäten zu beenden. Man würde mehr erfahren, wenn man sich die A/R im Laufe des gesamten Jahres ansehen könnte; aber solche Informationen stehen einem Analysten, außer einem Firmenangestellten, selten zur Verfügung. Man kann jedoch aus den Vierteljahresberichten, die normalerweise den Banken übermittelt werden, und die auch von den bei der SEC registrierten Unternehmen bei der SEC zu hinterlegen sind, Rückschlüsse ziehen. Üblicherweise werden Außenstände von Personen oder Firmen, die nicht Kunden des Unternehmens sind (z. B. Angestellte, Manager, Tochterfirmen usw.) nicht mit den Handels-Außenständen kombiniert, sondern als ein Teil des Umlaufvermögens aufgeführt. Wenn man jedoch ein Unternehmen analysiert, dessen Finanzaufstellung noch nicht von einem Wirtschaftsprüfer bestätigt worden ist, so sollte man vorsichtigerweise eine Bestätigung über die separate Aufführung der Handels-Außenstände von den anderen Außenständen einholen. Manchmal werden auch die Forderungen größerer Kunden separat von den Handels-Außenständen aufgeführt. Solche Forderungen sollten dann den normalen Außenständen zugerechnet werden.

Wiederholung Q-8G.1 bis Q- 8G1.2.

2)- Tagesumsatz

Tagesumsatz (Days sales outstanding (DSO)) ist auch als die durchschnittliche Einzugsperiode bekannt. Man kalkuliert dies

DSO = (durchschnittlich A/R) / (Tagesumsatz)

Man kann dies auch mit dem Umsatzratio berechnen

DSO = 365 / (A/R Umsatz)

Sehen Sie hierzu den Hinweis N- 8G2.1.

Wird dies mit dem Industrie-Durchschnitt verglichen, so deutet DSO auf die Marketingstrategie des Unternehmens hin. Im Vergleich zu den auf der Rechnung aufgeführten Bedingungen ist dies ein Anzeichen für die Wirksamkeit der Einzugs-Abteilung. Sollte die DSO viel länger sein als die in der Firmenrechnung angebotenen Zahlungsziele, so ist klar, dass entweder der Geld-Einzug des Unternehmens zu wünschen übrig lässt, oder aber die Ereignisse stimmen nicht mit der geplanten Strategie überein.

 Als Kalkulationsbeispiel nehmen wir einmal den Wert von 49 Tagen, der in den Timken_Ratios für den DSO angegeben wird. Bei der ersten Berechnungsmethode brauchen wir das Saldo der Außenstände in Höhe von $ 339,3 Millionen aus der Timken Bilanz von 1999, und den Tagesumsatz, den wir erhalten, indem wir den Umsatz von 1999 in Höhe von $ 2 495 Millionen aus der Timken Ertragsrechnung durch 365 teilen, wodurch wir $ 6 836 Millionen pro Tag erhalten. Der Tagesumsatz oder DSO ist also

DSO = 339,3 / 6,836 = 49,63 oder 50 Tage

Bei der zweiten Methode brauchen wir lediglich 365 durch den Außenstände-Umsatz, den wir bereits mit 7,36 kalkuliert hatten, zu teilen. Der Tagesumsatz oder DSO ist also

DSO = 365 / 7,35 = 49,66 oder 50 Tage.

Wiederholung Q-8G.2 bis Q- 8G2.3.

3)- Fälligkeitsliste der Außenstände

Eine Fälligkeitsliste der Außenstände ist eine Aufstellung, in welcher die Außenstände nach der Länge der Zeit in welcher sie offen stehen, zusammengefasst werden: 30 Tage, 60 Tage, 90 Tage und darüber. Eine solche Analyse zeigt Zahlungsschwierigkeiten der Kunden an und ist außerordentlich nützlich, weil bekannt ist, dass es sehr enge Zusammenhänge zwischen späten Zahlungen und einer Insolvenz gibt. Leider ist eine solche Fälligkeitsliste für Außenstehende, abgesehen von den Banken, nicht erhältlich. Was ein Außenstehender erhalten kann, und was in der Bilanz separat oder in den Anmerkungen aufgeführt wird, ist der Betrag, der für uneinbringliche Forderungen abgeschrieben wird. Dies sollte ein Zeichen für die Ausmaße der späten Zahlungen sein. Sieht man eine beträchtliche Abweichung im Vergleich zu vergangenen Jahren, so kann dies besonders aufschlussreich sein. Wenn ein großer Teil der Kunden mit offenen Konten nicht zahlen, dann sind die Außenstände sicherlich nicht so flüssig, wie sie erscheinen mögen.

Wiederholung Q-8G.3 bis Q- 8G3.3.

 

4)- Größe der Außenstände verglichen mit gesamten Assets

Die Größe der Außenstände misst man durch das Dividieren der Außenstände mit den gesamten Assets, was normalerweise als Teil der Bilanz errechnet wird. Wenn diese Zahlen über längere Zeit verglichen werden, kann dies Rückschlüsse auf die Marktstrategie des Unternehmens erlauben. Eine andere mögliche Antwort auf die zunehmenden Außenstände sind die Zahlungsschwierigkeiten der Kunden, was mit Hilfe der in Kapitel 15 genannten wirtschaftlichen Vorhersagen untersucht werden sollte.

5) – Untersuchung der Marktstrategie und Qualität der Außenstände

In Tabelle T-8.8 werden die Tagesumsätze (DSO) und Proportionen der Außenstände zu Assets von drei Gruppen amerikanischer Firmen, geordnet nach Größe, gezeigt. Diese drei Gruppen sind in den Daten enthalten, die bereits in diesem Kapitel benutzt wurden, und sie wurden auf Grund der besonderen Informationen, die sie anscheinend in Bezug auf die Außenstände und Inventar Strategien haben, ausgewählt.

Tabelle T-8.8

Außenstände amerikanischer Firmengruppen nach Größe in drei Sektoren in 1993
. Pharmabranche

Maschinenherstellung

Möbelgroßhändler
Umsatzgröße (in Millionen $) DSO AR% DSO AR% DSO AR%
-1 MM 42 31 43 26 32 27
1-3 MM 45 23 49 30 35 30
3-5 MM 43 25 49 35 36 36
5-10 MM 49 24 51 31 39 38
10-25 MM 43 25 55 32 41 45
25 + MM 56 20 60 24 47 43
DSO = Tagesumsatz
AR% = Außenstände als Prozentsatz der gesamten Assets
Quelle: Robert Morris Associates, "Annual Statement Studies,1994"

 

Die Tabelle T-8.5 zeigt sehr deutlich, dass die größeren Firmen in diesem Beispiel ihren Kunden längere Zahlungsziele gewähren (in der Tabelle als DSO bezeichnet), als dies die kleineren tun. Das war nur zu erwarten, weil es für die größeren Firmen kostengünstiger ist, Finanzmittel zu erhalten, als für die kleineren. Deshalb ist es für die größeren Firmen billiger, diese Methode zur Erhöhung ihrer Umsätze einzusetzen. Bei den Pharmaunternehmen und den Maschinenhersteller wird jedoch ein kleinerer Teil des Kapitals für diese Strategie benutzt: Außenstände als Prozentsatz der gesamten Assets (in der Tabelle mit AR% bezeichnet) verringern sich mit zunehmender Größe des Unternehmens. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass nur die großen Möbelgroßhändler, im Vergleich zu den kleineren Firmen, eine gezielte Strategie haben, den Vorteil ihrer Größe auszunutzen.

Wiederholung Q-8G.4 bis Q- 8G5.2.

6)- Einsatz der Außenstände auf längere Zeit

TabelleT-8.7 - zeigt die Proportion der Außenstände zu den gesamten Assets von Unternehmen in den Vereinigten Staaten in bestimmten Jahren der letzten 40 Jahre. Die Daten enthüllen, dass die Proportionen des Umlaufvermögens sich zwar reduziert haben, die Proportionen der Außenstände jedoch gleich geblieben sind. Das zeigt uns, dass die amerikanischen Firmen weiterhin die Zahlungsziele für ihre Kunden als ein wichtiges Marketingmittel betrachten.

Hausaufgaben R-8G.1 bis R- 8G.3.

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Zuletzt geändert: 01. Juni 2001
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