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© 2000 John Petroff; 2008 Übersetzung Hans H. Knauf |
Der „current ratio“ (Liquiditätskoeffizient) ist der für die Finanzanalyse bekannteste Ratio. Er stellt dar, was das Netto Arbeitskapital tatsächlich ist.
1) – Kalkulation des current ratio
Man kalkuliert den current ratio (CR) indem man das Umlaufvermögen (d. h. das Arbeitskapital) durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten teilt.
CR = Arbeitskapital / kurzfristige Verbindlichkeiten
Bei der Berechnung dieses Ratios werden alle Abweichungen angewandt, die für das Arbeitskapital und die kurzfristigen Verbindlichkeiten genannt wurden.
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Wir nehmen aus der Timken Bilanz jetzt eieinmal dasmlaufvermögen von $ 833,5 Millionen, und die kurzfristigen Verbindlichkeiten von $ 557,6 Millionen in 1999 um damit den current ratio für Timken in 1999 zu errechnen. CR = 833,5 / 557,6 = 1,49 Sie können das bei TimkenRatios überprüfen. |
Wiederholungsfragen Q-8D1.1.
2) – Die Bedeutung des current ratio
Vom Blickwinkel der Analystin kann der current
ratio verschiedene Bedeutungen haben. Er hat Bedeutung in Bezug auf die
Liquidität – nämlich in der Lage zu sein, heute sämtliche Zahlungen leisten zu
können – was den Kreditgebern einen gewissen Schutz verspricht.
Kreditgeber sind natürlich nicht daran interessiert,
Inventar zum Ausgleich ihrer Außenstände zu erhalten, und betrachten diesen
Ratio deshalb vielleicht als ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen in der Lage
ist, Kapital zu schaffen, um alle notwendigen zukünftigen Zahlungen leisten zu
können; der Ratio deutet an, dass das Unternehmen weiter bestehen wird. Um eine
solche Bedeutung zu erreichen, kann man natürlich diesen Ratio nicht als die
einzige Statistik nehmen, sondern es ist notwendig, den Liquiditätsgrad der
Arbeitskapitalanteile zu analysieren, wie es weiter unten in diesem Kapitel
gezeigt wird.
Eine Faustregel sagt uns, dass der current ratio näher bei 2 liegen sollte. Wie man aus der Tabelle T-8.3 ersehen kann, gibt es in der gewählten Firmenauswahl wenige Unternehmen, die dieser Faustregel entsprechen.
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| Umsatz $ | G | M | W | R | U | S |
| -1 MM | 1,5 | 2,2 | 2,0 | 1,4 | 1,0 | 1,6 |
| 1-3 MM | 1,8 | 1,6 | 1,8 | 1,4 | 1,5 | 1,2 |
| 3-5 MM | 1,8 | 1,7 | 1,7 | 1,2 | 1,3 | 2,2 |
| 5-10 MM | 2,0 | 1,5 | 1,6 | 1,1 | 1,5 | 1,2 |
| 10-25 MM | 2,6 | 1,7 | 1,4 | 1,1 | 1,4 | 1,0 |
| 25 + MM | 2,5 | 2,2 | 1,3 | 1,0 | 1,3 | 1,0 |
| G = Hersteller – Pharma und Medizin SIC 2833 (2834 in 1999) | ||||||
| M = Hersteller – Maschinen SIC 3561 (3545 in 1999) | ||||||
| W = Großhändler - Möbel, SIC 5021 | ||||||
| R = Einzelhandel - Supermarkets, SIC 5411 | ||||||
| U = Telefon Kommunikation, SIC 4812 (4813 in 1999) | ||||||
| S= Services - Reisebüros, SIC 4724 | ||||||
| Quelle: Robert Morris Associates, "Annual Statements Studies,1994" | ||||||
Die als Wunschstufe angenommene Zahl 2 wird von den Gruppen der Supermärkte und Telefon Unternehmen noch nicht einmal annähernd erreicht. Nur bei den Pharma Unternehmen gibt es eine große Anzahl von Firmen mit ausreichender Liquidität. Wenn man außerdem davon ausgeht, dass die größten Firmen auch die Stärksten sind, dann lassen die Statistiken der Pharma Unternehmen vermuten, dass die bessere Liquidität mit der starken Position in der Industrie zusammenhängt. Dies lässt sich jedoch nicht verallgemeinern, denn gerade das Gegenteil scheint bei Supermärkten und Reiseunternehmen der Fall zu sein: Die größeren Firmen in diesen Sektoren haben die schlechteste Liquidität. Die Supermärkte, so kann man annehmen, haben leichten Zugang zu Krediten und damit verbunden eine geringe Liquidität, durch den starken Drang der Lieferanten, ihre Produkte auf den Regalen der Supermärkte zu sehen; tatsächlich sind die Außenstände der Supermärkte (20%) mehr als das dreimal so groß, wie die der kleinen Lebensmittelhändler (6%).
Wiederholungsfragen: Q-8C.2 bis Q-8C2.43)- Current Ratio: Bestimmungsfaktoren und Grenzen
Es gibt viele Gründe, warum der current ratio nicht als eine Einzelzahl
benutzt werden kann, denn er wird von einer Kombination verschiedener Faktoren
beeinflusst, wie zum Beispiel:
- Einflüsse, die die Nachfrage nach dem Produkt beeinträchtigen (z. B.
Kundengeschmack)
- Verkaufsstrategien des Unternehmens, Außenstände, Inventar, Produktion und
Einkauf
- Leistungsfähigkeit des Management Strategien durchzuführen
- Finanzstrategie
Der current ratio ist ganz bestimmt ein bequemes and meist auch zuverlässiges Werkzeug, um die Liquidität eines Unternehmens zu messen. Wie jedoch die ihn betreffende Faktorenvielfalt vermuten lässt, sollte man sich nicht zu sehr darauf verlassen, was der Ratio für die Zukunft auszusagen scheint. Eine Analyse muss jedoch die Zukunft vorhersagen. Der current ratio ist ein auf Bilanzsummen basierendes feststehendes Maß. Um eine bessere Einsicht zu gewinnen, muss eine Analyse immer auf einer Vergleichsbasis über eine gewisse Zeit hinweg vorgenommen werden. Rückgängige Umsätze verwandeln sich in steigendes Inventar, langsam zahlende Kunden verursachen wachsende Außenstände. Beides verbessert den Current Ratio. Deshalb ist der Liquiditätskoeffizient ein mangelhaftes Vorhersage Mittel.
Ein weiteres Problem mit dem Liquiditätskoeffizienten besteht darin, dass es nicht direkt verbundene Vorgänge nicht berücksichtigt. Verbindlichkeiten werden nicht direkt aus dem Inventar oder den Außenständen beglichen. Die Ersteren müssen erst einmal verkauft werden, und die Zweiten eingesammelt werden, bis die Einnahmen für Zahlungen benutzt werden können. Es ist deshalb am Besten diejenigen Mittel zu wählen, die zeigen, wie gut das Inventar verkauft und die Außenstände eingeholt werden. Bessere Anhaltspunkte für die Verbindlichkeiten liefert die Bemessung der Deckung, die sich auf die vorhandenen Betriebsmittel zur Zahlung der Außenstände beziehen und die in Kapitel 11 Abschnitt B- 4b besprochen werden.
Wiederholungsfragen Q-8D3.1 bis Q- 8D3.4.
4)- Historische Vergleiche
Mit zunehmender Finanzintermediation, der Möglichkeit von elektronischen Transfers und die Verbesserung bei dem Inventar Management, ist der Anteil des Current Ratios in den Bilanzen gesunken, und damit auch der Current Ratio selbst. Gemäß dem „Financial Accounting Standards Board“ ist der durchschnittliche Liquiditätskoeffizient aller US Hersteller von 3,08 in 1950 auf 1,75 in 1979 gesunken. Er ist seitdem weiter auf 1,3 in 1999 gesunken, wie in nachfolgenden Tabelle T-8.4 gezeigt wird. Eine ähnliche Senkung lässt sich bei dem Quick Ratio (Liquidität zweiten Grades) von 1,8 in 1950 auf 0,9 in 1979 feststellen. Dieser Trend spiegelt auch einen Wandel in der US Wirtschaftsstruktur wider, von der Fabrikation mit großen Umlaufvermögen hin zu den Service Industrien wo sie es nicht sind.
Tabelle T-8.4 zeigt den Wert der Liquiditäts Ratios für acht zusammengefasste Sektoren.
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| . | DSO | DSI | DPO | Current ratio | %NWC | %cash |
| Bauwirtschaft | 16 | 10 | 26 | 1,4 | 20 | 11,0 |
| Fertigungswirtschaft | 40 | 50 | 27 | 1,5 | 21 | 7,0 |
| Großhandel | 32 | 38 | 26 | 1,5 | 24 | 7,70 |
| Einzelhandel | 10 | 51 | 25 | 1,5 | 23 | 8,5 |
| Transportwirtschaft | 30 | - | - | 1,1 | 4 | 8.9 |
| Informationswirtschaft | 43 | 17 | 35 | 1,2 | 10 | 12,0 |
| Dienstleistungswirtschaft | 41 | - | - | 1,2 | 8 | 12,3 |
| Versorgungswirtschaft | 30 | - | - | 1,0 | 1 | 8,2 |
Mittelwert |
31 | 38 | 26 | 1,3 | 15 | 8,7 |
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Es ist vielleicht interessant die Liquiditätskoeffizienten mit dem einer ausländischen Firma, die in dem vorigen Kapitel als Beispiel genannt wurde, zu vergleichen. Die Zahlen sind der AO Boom GAAP Bilanz entnommen (nicht der russischen Bilanzform) um einen leichteren Vergleich der einzelnen Posten zu ermöglichen. In 1994 beträgt das Umlaufvermögen 758 707 Rubel und die kurzfristigen Verbindlichkeiten 505 375 Rubel. Das ergibt einen Liquiditätskoeffizienten von CR = 758 707 / 505 375 = 1,5 Der Liquiditätskoeffizient von AO Boom ist in 1994 also genau der gleiche wie der mittlere Liquiditätskoeffizient der Einzelhandels Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. |
Wiederholungsfragen Q-8D4.1.
Hausaufgaben R-8D.1 bis R-8D.4.
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