© 2000 John Petroff; 2007 Übersetzung Hans H. Knauf  

C- Wie Finanzberichte erstellt werden

 

Die Bilanz und die Gewinn & Verlust Abrechnung ergeben sich aus dem Abschluss der Kontobücher zu einem bestimmten Zeitpunkt (und das nennt man das Ende der Buchhaltungsperiode). Ein Abrechnungszeitraum braucht kein Kalenderjahr zu sein; es kann jeder 12monatige Zeitraum sein, der zu einem Zeitpunkt endet, der sich für den Abschluss am Besten eignet, und das ist üblicherweise einer, wo die Aktivitäten des Unternehmens am schwächsten sind.

Die Vorbereitung dieser Finanzberichte kann man in drei Phasen unterteilen:
- Aufzeichnung der Transaktionen,
- Berichtigungen zum Jahresende, und
- Überprüfung der Finanzberichte.
Nach Abschluss der Berichtigungen zum Jahresende werden die Konten, welche die Guthaben, Verbindlichkeiten und das Aktienkapital enthalten, in die Bilanz eingetragen; die Einnahmen und Ausgaben werden jedoch in der Gewinn &� Verlustabrechnung zur Bestimmung des Gewinnes aufgeführt. Sind die Finanzberichte fertig, beginnen die Buchprüfer mit ihrer Arbeit der Buchprüfung, Beglaubigung und Begründung. Einige weitere Berichtigungen können durch ihre Tätigkeit notwendig werden.

Sehen Sie hierzu auch die Wiederholungsaufgaben Q-6C.1 bis Q-6C.3 .

1)- Aufzeichnung der Transaktionen:

Das Aufzeichnen von Transaktionen, oder Buch führen, besteht darin, dass die Geldwerte eines jeden Guthabens, Verbindlichkeit, dem Unternehmen geleistete oder erhaltene Dienstleistung in einem laufenden Hauptbuch eingetragen werden. Da alle Transaktionen den Austausch von Guthaben, Verbindlichkeiten oder Dienstleistungen gegen ein anderes Guthaben, Verbindlichkeit oder Dienstleistung darstellen, umfasst jede Transaktion einen doppelten Eintrag um, damit beide Seiten des Austausches wiederzugeben: Eine Seite ist eine Lastschrift, die andere eine Gutschrift. Ähnliche Einträge werden in Konten zusammengefasst. Zum Beispiel sind alle Forderungen an Kunden (Verkaufsergebnisse) Belastungen und werden in dem Debitorenkonto zusammengefasst. Alle Konten haben zwei Seiten, sodass andere Transaktionen frühere Eintragungen ausgleichen können. Zum Beispiel werden Kundenzahlungen in dem oben genannten Debitorenkonto als Guthaben eingetragen. Die Konten selbst werden wiederum in nach ihrer Art in Geschäftsbücher zusammengefasst: Guthaben, Verbindlichkeiten und Aktienkapital, Einnahmen und Ausgaben. Am Ende eines Jahres oder eines Buchhaltungszeitraums werden die Abschlussbeträge (Saldi) in einer Proforma Bilanz zusammengefasst.

Wiederholungsfragen Q-6C1.1.

2) – Zur Erstellung der Finanzberichte notwendige Änderungen zum Jahresende:

Änderungen an den Jahresbilanzen mögen aus einem der folgenden Gründe notwendig sein:
1 – Re-Klassifizierung,
2 – Wertberichtigung,
3 – Irrtümer und Auslassungen,
4 – Verteilung der bereits vorher kapitalisierten Kosten und Erträge auf das laufende Jahr,
5 – Aufgelaufene Ausgaben und Einnahmen.

a)- Re-Klassifizierung
Eine Re-Klassifizierung mag eines der Folgenden betreffen:
- einen Teil der einbehaltenen Gewinne für einen bestimmten Zweck zu reservieren.
- den Teil einer langfristigen Verbindlichkeit, die innerhalb der nächsten 12 Monate fällig wird, als eine laufende Verbindlichkeit zu verbuchen.
- In dem gegenwärtigen Betriebszyklus nicht benötigtes Inventar als nicht im Umlauf zu markieren.
- Verkaufsdiskontierungen einzugrenzen (d. h. man macht zukünftige Verkaufszahlen vergleichbar).

b)- Wertberichtigung
Eine Wertberichtigung mag zum Beispiel Folgendes sein:
- Inventar niedriger als deren Kosten oder den Markt zu bewerten.
- andere Aktienwerte, außer vorübergehende Aktienverluste, die auf Kostenbasis verbucht wurden, zu erfassen.
- den Gewinn- oder Verlustanteil von Aktien, der auf der Aktienbasisbethode verbuch war, als Unternehmensanteil zu verbuchen.

c)- Irrtümer und Auslassung
Verbesserung von Irrtümern und Auslassungen können zum Beispiel die Folgenden sein:
- vom Kunden zurückgesandte Ware, die dem Kunden noch nicht gutgeschrieben waren, zu verbuchen.

d)- Rechnungsabgrenzung
Verteilung der bereits früher kapitalisierten Kosten oder Erträge auf das laufende Jahr:
- Berücksichtigung der Benutzung eines Wirtschaftsgutes zum Erhalt von Einnahmen im laufenden Jahr:

- Abschreibungen für Gebäude und Maschinen,
- Wertminderung von Rohmaterialien, und
- Amortisierung immaterieller Anlagewerte.
- einen Teil des Inventars als Kosten für im laufenden Jahr verkaufte Waren verbuchen.

e)- Rückstellungen
Rückstellungen von Ausgaben und Einnahmen können z. B. die Folgenden sein:
- den Teil eines langfristigen Kontrakts, der im laufenden Jahre abgewickelt wurde, als Einnahme für das laufende Jahr buchen.
- Zinsen für offen stehende Verbindlichkeiten.
- Verbuchung von Zinsen von Darlehen, die Mitarbeitern zinslos gewährt wurden, und das Buchen solcher Zinsen als Mitarbeiter Ausgaben.
- Arbeitgeberanteil der Lohnsteuern.

f)- Abgrenzungen
Abgrenzung (oder Kapitalisierung) von Einnahmen und Ausgaben sind zum Beispiel:
- die Umverteilung des Teils der im Voraus bezahlten Versicherungsprämien, die auf spätere Jahre entfallen.
- Zurückstellung von Einnahmen (z.B. Abonnements für Zeitschriften) bis die Waren oder Dienstleistungen (d.h. die Zeitschriften) tatsächlich ausgeliefert sind.
- Rückstellung des Teils der Unternehmens-Einkommensteuer für das laufende Jahr, die nicht bezahlt werden muss.

g)- Abschlussbuchungen
Nachdem sämtliche Berichtigungen zum Jahresende gemacht worden sind, werden die Abschlüsse aller Einnahmen und Ausgaben Konten auf die einbehaltenen Gewinne übertragen: Der Nettobetrag dieser Buchung ist das Jahres Betriebsergebnis. Abschließend wird die korrigierte Proforma Bilanz in Bilanz und Verlust & Gewinn Abrechnung aufgeteilt.

h)- Form der Ergebnisrechnung:

Die unten aufgeführte Tabelle T-6.1 zeigt das typische Format einer Gewinnabrechnung der Timken Company, einem amerikanischen Stahl und Kugellager Hersteller.

Tabelle T-6.1

The Timken Company

Gewinn Abrechnung (in Millionen $)
. 1999 1998 1997
Umsatz 2495.0 2679.8 2617.6
Verkaufskosten 2002.4 2098.2 2005.4
Bruttogewinn 492.6 581.6 612.2
Betriebsausgaben 359.9 356.7 332.4
Betriebsgewinn 132.7 224.9 279.8
Zinsen 27.2 26.5 21.4
Anderes 6.5 13.1 -8.2
Gewinn vor Steuern 99.0 185.3 266.6
Steuern 36.4 70.8 95.2
Gewinn nach Steuern 62.6 114.5 171.4

i)- Form einer Bilanz:

Die unten aufgeführte Tabelle T-6.2 zeigt die typische Form einer Jahresbilanz für die Timken Company.

Tabelle T-6.2

The Timken Company

Jahresbilanz (in Millionen $)
. 1999 1998
Guthaben . .
Bargeld 7.9 0.3
Außenstände 339.3 350.5
Inventar 446.6 457.2
Anderes Umlaufvermögen 39.7 42.3
Gesamtes Umlaufvermögen 833.5 850.3
Anlagevermögen 1381.5 1349.5
Immaterielle Anlagewerte 153.8 150.1
Anderes 72.5 100.1
Gesamte Guthaben 2441.3 2450.0
Verbindlichkeiten . .
Wechselverbindlichkeiten 117.2 126.5
Gegenwärtiger Anteil langfristiger Anleihen 5.3 17.7
Verbindlichkeiten aus Warengeschäften 236.6 221.8
Zu entrichtende Steuern 5.6 17.3
Andere kurzfristige Verbindlichkeiten 192.9 107.0
Gesamte kurzfristige Verbindlichkeiten 557.6 490.3
Langfristige Anleihen 327.3 325.1
Latente Steuern 6.1 0
Andere Verbindlichkeiten 504.2 578.5
Aktienkapital 1046.0 1056.1
Gesamt 2441.2 2450.0

Wiederholungsfragen Q-6C2.1.

3)- Buchprüfung:Zahlbare Steuern

Die Finanzberichte werden von betriebsfremden Buchprüfern (die in Amerika ‚Certified Public Accountants’ und in England und Kanada ‚Chartered Auccountants’ genannt werden), beglaubigt (d. h. geprüft), die beauftragt sind
- die in der Jahresbilanz und der Gewinn & Verlustabrechnung aufgeführten Summen bis auf den Ursprung der eigentlichen Handlungen hin zu überprüfen;
- zu überprüfen das die Buchungsmethoden, das Grundprinzip aller Buchhaltungseinträge und der Korrekturen zum Jahresende, den allgemein bekannten Buchhaltungsprinzipien und Praxis entsprechen (weil betriebsfremde Leser davon ausgehen, das solche Methoden bei der Erstellung der Finanzberichte angewandt wurden);
- darauf zu achten, dass die von dem Unternehmen benutzten Buchhaltungsmethoden, irgendwelche Änderungen dieser Methoden, sowie jede nennenswerte Tatsache, die die Finanzberichte beeinflussen können, in den Anmerkungen zu den Finanzberichten zufriedenstellend erklärt worden sind;
- eine Erklärung zu den Finanzberichten abzugeben.

Nachdem die Buchprüfer ihre Erklärung abgegeben haben, betrachtet man im Allgemeinen die Finanzberichte als abgeschlossen. In den darauffolgenden Jahren können jedoch noch Änderungen vorgenommen werden. Es würde sich hierbei allerdings lediglich um größere Veränderungen bei den Buchhaltungsmethoden handeln, die es notwendig machen würden, sämtliche Zahlen erneut zu berechnen. Weniger wichtige Veränderungen können als Korrekturen der einbehaltenen Gewinne gebucht werden, mit, wenn notwendig, einer erklärenden Anmerkung in den Finanzberichten. Weiteres über die Erklärung der Wirtschaftsprüfer folgt weiter unten.

Wiederholungsfragen Q-6C3.1.

4) – Anmerkungen, Kommentare und Ausführungen der Geschäftsleitung, Analyse der Betriebsergebnisse und der finanziellen Situation (MDA):

Die Jahresbilanz sowie die Gewinn & Verlust Abrechnung enthalten im Allgemeinen Anmerkungen und Kommentare. Einige der Anmerkungen weisen auf die angewandten Buchhaltungsmethoden hin, andere erklären wie gewisse Zahlen zustande kommen, und wieder andere informieren über Ungewissheiten oder andere materielle Ereignisse, die die finanzielle Position des Unternehmens beeinflussen könnten. Es ist auch üblich, dass die Geschäftsführung in dem Jahresbericht über bestimmte größere Erfolge und Schwierigkeiten, die im vergangenen Jahr eingetreten sind, berichtet und eine Andeutung über die Strategien für die Zukunft gibt. Diese Berichte nennen sich heute “Management's Discussion and Analysis of Results of Operations and Financial Conditions" (und waren früher bekannt als "Management's Assessment of Business Conditions.")”

Wiederholungsfragen Q-6C4.1.

5)- Andere Buchhaltungs Erklärungen

Die meisten amerikanischen Unternehmen fügen ihrer Jahresbilanz und der Gewinn & Verlustabrechnung verschiedene andere Erklärungen bei. Sie enthalten Zahlen, die, um bestimmten Zwecken zu genügen, lediglich auf eine andere Art arrangiert worden sind, die zugrunde liegenden Daten sind aber bereits in der Jahresbilanz und der Gewinn & Verlustabrechnung enthalten. Die bekanntesten zusätzlichen Berichte sind „Statement of Cashflow“, „Aktienkapital der Aktionäre“ und eine Aufstellung finanzieller Daten der letzten fünf Jahre. Weniger üblich sind Erklärungen, die den Inflationseinfluss besprechen. Einige größere Unternehmen bringen in ihren Jahresberichten auch eine Aufgliederung der für das Gesamtunternehmen aufgeführten Zahlen: Zum Beispiel nicht konsolidierte Berichte größerer Tochtergesellschaften, Umsätze nach Produkt und Region, Berichte, welche die Kontenabstimmung verschiedener Beträge in der Bilanz darstellen, wie z. B. zurückgestellte Einkommensteuern.

a)- Cashflow Berichte:

Wie in Kapitel 8 Abschnitt J-1 noch weiter beschrieben wird, zeigen die Cashflow Berichte alle Faktoren, die zu einer Veränderung der Bargeldposition (oder des Arbeitskapitals) der Firma beigetragen haben. Die Faktoren lassen sich in drei Kategorien gruppieren:
- Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit, und das sind Bareinnahmen abzüglich Barausgaben (wobei, zum Beispiel, Abschreibungen keine Barausgaben sind),
- Cashflow aus Investitionen, die Kauf oder Verkauf größerer fester Anlagewerte einschließen,
- Cahsflow aus Finanzierungsaktivitäten zeigen Schulden Rückzahlung und Neubeschaffung von Mitteln.

In einigen älteren Jahresberichten kann man noch Cashflow Berichte in ihrem früheren Format finden, als sie noch ‚Berichte über die Veränderung der Finanzposition’, oder ‚Bericht über die Quellen und die Benutzung von Mitteln’ genannt wurden. Dieser Bericht erklärt die Liquiditätsveränderungen, die sich im Laufe des Jahres ergeben haben. Die Liquidität ist entweder Bargeld oder Arbeitskapital und ist das Entscheidende in dem Bericht. Die Netto Veränderung einer jeden Bilanzeinheit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Jahren wird klassifiziert entweder als eine Quelle oder eine Nutzung von Mitteln. Kapitalquellen schließen ein: Betriebsergebnisse, Anlageminderung, und Zunahmen der Verbindlichkeiten oder des Aktienkapitals. Kapitalnutzung schließt ein: Anlagezunahme, Verminderung der Verbindlichkeiten oder des Aktienkapitals, und Dividendenzahlung.

b)- Bericht über einbehaltene Gewinne, oder Bericht über das Aktienkapitel der Inhaber:

Dieser Bericht ist ganz einfach die Zusammenfassung des Jahresgewinnes und der Gewinnanteil, der für das entsprechende Jahr in Aktienkapital umgewandelt wurde. Das bedeutet, dass sich der Gewinn um Dividenden und andere im Laufe des Jahres an die Inhaber gemachte Zuteilungen verringert; und das bezieht sich auch auf die Reserven und Rückstellungen.

c)- Neudarstellung der Finanzergebnisse unter Einfluss der Inflationsauswirkungen:

Von 1980 bis 1986, wurden diese Neudarstellung nur von Großunternehmen verlangt, solche mit Anlagewerten von mehr als $1 Milliarde oder mehr als $125 Millionen in Inventar, Gebäude und Anlagen. Diese Neudarstellungen wurden in 1986 freigestellt und viele Unternehmen machen solche Berichte nicht mehr.

Es gibt 4 mögliche Berichte:
- Berichte, welche die laufenden Kosten (anstelle von historischen Kosten) für das laufende und die vergangenen 5 Jahre benutzen, und
- Berichte, die einen konstanten Dollar (d. h. mithilfe eines Index) für das laufende und die vergangenen 5 Jahre benutzen.
Diese Berichte können für die Korrektur bei unterbewerteten Vermögenswerten hilfreich sein. Jedoch enthielt die Art und Weise, wie diese Berichte zusammengestellt wurden, große Unterschiede in den benutzten Methoden (abgesehen von einigen Verwirrungen). Eine Verbesserung in der Beschaffenheit dieser Neudarstellungen konnte kaum erwartet werden, weil diese Berichte nicht geprüft wurden (z. B. die Überprüfung des Wiederbeschaffungswertes kann nicht im Bereich eines betriebsfremden Buchprüfers liegen, weil solche Werte von zu vielen externen marktbezogenen Bedingungen abhängig sind). Viele Firmen benutzen diese Berichte um Zusätzliches bekannt zu machen, entweder in Bezug auf die Ergebnisse des laufenden Jahres, die Wirtschaftslage, Steuervorschriften oder andere Dinge. Deshalb sind und waren diese Berichte nicht so nützlich, wie sie es hätten sein können.

Sehen Sie hierzu auch die Wiederholungsaufgaben Q-6C5.1 bis Q-6C5.4 .

6)- Aussage des Buchprüfers

Die Aussage der Buchprüfer soll versichern, dass geeignete Buchhaltungs Prinzipien benutzt wurden und das die Buchhaltungs Zahlen der Wirklichkeit entsprechen. Es ist eine überraschend kurze Darstellung, sehr sorgfältig unter Benutzung von sehr strukturierten und standardisierten Worten geschrieben. Die Beschreibung scheint immer die gleiche zu sein. Es ist die Abwesenheit negativer Kommentare, die der Leser überprüfen sollte. Aber selbst ohne diese negativen Kommentare ist eine positive Meinung weit davon entfernt viele Unsicherheiten und Schwierigkeiten, die in den Buchhaltungszahlen enthalten sind, und von denen wir später in diesem und noch anderen Kapiteln sprechen werden, zu erklären.

Ein Buchprüfer kann einen uneingeschränkten oder qualifizierten Bestätigungsvermerk ausstellen. Eine negative Meinung hat es so gut wie nie gegeben. Ein Buchprüfer kann jedoch sagen, dass er keine Meinung äußern wird.

a)- Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk

Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk enthält normalerweise zwei Meinungen oder Abschnitte:
1 – der Prüfungsumfang: Wo angegeben wird, was der Buchprüfer getan hat. (Die Tätigkeit des Buchprüfers umfasst niemals eine 100%ige Kontrolle aller Vorgänge.) Die Buchprüfungsarbeiten beziehen sich auf
- Tests und Nachkalkulationen,
- Nachprüfung von Arbeitsvorgängen,
- Überprüfung interner Kontrollen.
Der Vermerk berichtet einfach über die gesamte geleistete Arbeit.

2 – Der Bestätigungsvermerk, der üblicherweise so abgefasst ist, dass die Finanzberichte die Ergebnisse und Position des Unternehmens als "fair" bezeichnet. Beachten Sie, dass der Vermerk nicht sagt, dass die Finanzberichte richtig sind, sondern er erweckt nur die Vorstellung, dass sie nicht irreführend sind. Die Basis für eine solche Beurteilung, ob die Berichte irreführend sein könnten, ist die Benutzung allgemein akzeptierter Buchhaltungsprinzipien. Deshalb muss, wenn sich etwas verändert hat, dies vermerkt werden. Der Vermerk sagt also aus, die die Finanzberichte mit denen der früheren Jahre vergleichbar sind.

Mehr als 90% der Buchprüfervermerke sind einwandfrei und sind problemlos. Einige von ihnen mussten allerdings vor Gericht gehen und gerade kürzlich ist einigen der größten Wirtschaftsprüfungsunternehmen (Price Waterhouse und Arthur Anderson zum Beispiel) auf die Finger geklopft worden. Die Ursache hierfür war, dass die gewählten Buchhaltungsprinzipien die Bekanntmachung gewisser bedeutender Vorgänge nicht erlaubten.

b)- Qualifizierter Buchprüfungsvermerk.

Es gibt zwei Arten von qualifizierten Vermerken: Solche Qualifizierungen beginnen meistens mit "ausgenommen, dass" oder "vorausgesetzt, dass"

1-"ausgenommen, dass": Dies bedeutet, dass ein Teil dessen, was der außerbetriebliche Prüfer prüfen wollte, nicht möglich war (z. B. konnte die Inventur nicht unter der Aufsicht des Prüfers gemacht werden), oder dass eine der für die Vorbereitung des Finanzberichtes benutzten Methoden nicht den allgemein akzeptierten Buchhaltungsregulierungen entsprach;

2-"vorausgesetzt, dass": Ergibt sich aus entweder
- einer Unsicherheit über eine wichtige Position, wie z. B. ob einige bestimmte Außenstände berechtigt sind (d. h. der Kunde, der dem Unternehmen Geld schulden sollte, bestreitet den Schuldbetrag), oder
- eine Möglichkeit (wie die Fähigkeit des Unternehmens, seinen Betrieb zu refinanzieren), welche das Weiterbestehen der Firma gefährden könnte.

c)- Keine Meinung

Solche Buchprüfer Anmerkungen ‚keine Meinung’ wird nur dann angewandt, wenn, z. B. Zwischenberichte, nicht überprüft wurden. Sie werden außerordentlich selten für geprüfte Finanzberichte benutzt, weil dies eine negative oder nachteilige Meinung ausdrücken würde, die für das Unternehmen wahrscheinlich sehr schädlich sein könnte. Wird eine solche nachteilige Meinung von einem Wirtschaftsprüfer benutzt, so würde die Firma
- die Finanzberichte ändern, oder
- den Wirtschaftsprüfer entlassen.
Im letzteren Fall hat der neue Buchprüfer die Verpflichtung in seiner Darstellung eine Erklärung über die Ereignisse abzugeben.

Sehen Sie hierzu auch die Wiederholungsaufgaben Q-6C6.1 bis Q-6C6.5 .

Hausaufgaben R-6.6, R-6.7 and R-6.8.

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Zuletzt geändert: 01. Juni 2001
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