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© 2000 John Petroff; 2007 Übersetzung Hans H. Knauf; 2007 edited by Tanja Detwiler |
B- Analytische Methoden für Finanzberichte
Die Art der analytischen Methode, der Umfang der Untersuchungen und die Quellen der benutzten Informationen hängen von der Art der Beziehungen ab, die zwischen dem Analysten (oder dem Entscheidungsträger) und dem Unternehmen bestehen. Da die Kreditgeber durch das Versprechen der Kreditnehmer, Kapital und Kapitalzinsen rechtzeitig zu zahlen, abgesichert sind, konzentriert sich ihr Interesse auf die Fähigkeiten des Unternehmens, diesen Verpflichtungen nachzukommen. Deshalb wird viel Wert auf eine kurzfristige Liquidität gelegt. Aktionäre hingegen interessieren sich mehr für das langfristige Wachstum und die Solvenz des Unternehmens. Keiner dieser beiden Punkte sollte jedoch den anderen ausschließen, denn ein Kreditgeber sollte den Darlehensnehmer als einen eventuellen Kunden auf viele Jahre hinaus betrachten und ein Aktionär würde sicherlich sofort davon betroffen, sollte die Firma ihren laufenden Verpflichtungen nicht nachkommen und dazu gezwungen sein zu schließen.
Es gibt drei Analysestufen, die man
unterscheiden sollte:
1)- Screening: besteht darin, einen zukünftigen Kunden auf der Basis eines oder einer Gruppe von Ratios (Verhältniszahlen) zu akzeptieren oder abzuweisen; zwei Methoden sind hierfür bekannt:
- Diskriminanzanalyse: mag ein einziges Kriterium umfassen, wie ein Liquiditätsratio, oder eine Gruppe von verschiedenen Kriterien, welche lineares Programmieren mit einschließen würde;
- Kreditscoring: Es wird ein Rating (Bewertung) errechnet, das quantitative und qualitative Informationen einer jeden Firma kombiniert. Es werden dann solche Firmen ausgewählt, deren Ergebnisse über einer gewissen Punktzahl liegen.
2)- Die durch den Screeningprozess angenommenen Firmen und vielleicht auch ein paar der Grenzfälle werden dann einer gründlichen Analyse unterzogen. Von diesen Firmen werden umfangreiche Informationen benötigt, und das Ergebnis der Analyse kann dann die Genehmigung eines Darlehensantrages, eines Zusammenschlusses oder eine Neuausgabe von Aktien sein.
3)- Nachprüfung (Tracking): besteht in der fortlaufenden Überprüfung der Firmenentwicklung, wozu der Finanzanalyst gewöhnlich über weit vorausschauende Fähigkeiten verfügen sollte (besonders bei Börsenmaklern). In der Kreditabteilung einer Bank mag die Analyse automatisiert sein, und eine Neukalkulation und ein Screening der Ratios durch Computerprogramme auf vierteljährlicher Basis ist üblich.
Wiederholungsfragen Q-5B.1 bis Q- 5B.5.
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