Finanzanalyse
Contributor (c)John Petroff; Übersetzung 2006 Hans H. Knauf <
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1)- Diskontiertes Dividendenmodell ohne Wachstum
Das diskontierte Dividendenmodell sieht sich ein Unternehmen mit den Augen eines Aktionärs und, der nur Dividenden erhält. Der Wert einer Aktie ist gleich der Summe aller zukünftigen Dividenden. Die für dieses Modell notwendige Voraussetzung ist, dass die Aktien niemals verkauft werden. Auf den ersten Blick erscheint diese Voraussetzung unrealistisch und im Gegensatz zu der Definition von Besitzdauer und Ertragsrate (die Kombination von Dividenden und Kapitalwerterhöhung, wie in Kapitel 2 Abschnitt F besprochen) zu stehen. In der Praxis ist diese Voraussetzung jedoch viel einfacher zu akzeptieren, als viele andere Einschätzungen und Angleichungen, die in der Finanzwelt oft verlangt werden. Außerdem macht diese Voraussetzung aus zwei Gründen einen praktischen Sinn. Erstens, selbst wenn man eine niedrige Diskontrate benutzt, so sind alle Erträge über 50 Jahre hinaus sowieso unbedeutend, einschließlich eines jeden Verkaufspreises in einer Größenordnung, wie man ihn sich auch nur wünschen mag. Die Richtigkeit dieser Behauptung kann man in den versicherungsmathematischen Tabellen finden, in denen Gegenwarts Faktoren für eine Diskontrate von 10% mit weniger als 0,01 angegeben werden. Für größere Raten sind sie sogar noch kleiner und werden garnicht erst aufgeführt.< P>Zweitens, wird irgendein beliebiges Datum für den Verkauf der Aktien genannt, dann ist der Einkaufspreis des Käufers nichts anderes als die Summe aller gegenwärtigen Dividendenwerte über dieses Datum hinaus.
Addiert man also die Gegenwartswerte aller Dividenden vor dem Verkauf und die Summe der Gegenwartswerte aller Dividenen nach dem Verkauf, so ist das das Gleiche als ob man die Gegenwartswerte aller Dividenden bis auf das Unendliche hinaus zusammenzählt. Gibt es für die Aktie kein Verkaufsdatum, dann kann der Verkaufswert einfach ignoriert werden.
Der Aktienwert "SV" für das diskontierte Dividendenmodell wird wie folgt geschrieben:
SV = D/(1 + k) + D/(1 + k)2 + .... + D/(1 + k)n
Ist die Voraussetzung für eine konstante Dividende für die vorhersehbare Zukunft akzeptierbar, dann kann die vereinfachte Formel mit einer konstanten Jahreszahlung auf unbegrenzte Zeit (wie in Kapitel 2 Abschnitt C-2 besprochen) angewandt werden. Das ergibt dann diese sehr elegante Formel für den Aktienwert eines Unternehmens:
SV = D / k
Wie bereits erwähnt, ist eine solche Bewertung für Vorzugsaktien geeignet, die normalerweise eine feste Dividende ausschütten. Aber auch für alle anderen Wertpapiere, die festgesetzte periodische Auszahlungen für längere oder unbegrenzente Zeiten vornehmen. (Die konsolidierte Kalkulation aus einem voerherigen Kapitel fällt in diese Klasse. Ebenfalls die Kalkulation für Unternehmens- oder Regierungsanleihen mit Fälligkeitsdaten über 50 Jahre hinaus, denn der Teil, der aus dem diskontierten Kapital stammt, ist unbedeutend.)
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Zum Beispiel zahlt die Vorzugsaktie von GM eine jährliche Dividende von US$ 2,28. Die erwünschte Ertragsrate für eine Vorzugsaktie wie GM ist 8,5%, die man durch die risikofreie Rate von 6,5% erhält ( Kapitel 2 Abschnitt E), plus einem Marktrisiko von 2% (die tatsächlich etwas höher ist, als die Marktrate für Industrieobligationen), und einer BETA Schätzung von 1 für GM in 1995, welches dann die Rate von 8,5% ergibt. Der Aktienwert ist deshalb SV der GM Vorzugsaktien = 2,28/0,085 = US$26,82 Am 12. Juli 1995 schloss GM Vorzugsaktie G (mit einer Dividende von US$2,28) mit US$27,75, und GM Vorsugsaktie Q (auch mit einer Dividende von US$2,28) mit US$26,87. Die Formel scheint also recht gute Resultate zu liefern. Die Preise dieser zwei Aktien schwankten im Bereich der letzten 52 Wochen jedoch zwischen US$24,75 und 29,25. Der tatsächliche Preis weicht also von dem geschätzten Wert sehr stark ab. Eine Erklärung hierfür wäre in den Variationen der risikofreien Rate zu suchen, und andere Gründe liegen wahrscheinlich in der Einstellung der Investoren zu GM. |
| Es gab in den 1990er Jahren kein russisches Unternehmen, dass eine Aktie mit einer festen Dividende ausgab. Eine feste Dividende würde auch in dem inflationären Kontext, den Russland in der Vergangenheit erlebte, keinen Sinn machen. Man könnte jetzt argumentieren, wenn man Dividenden anbietet, die auf einem festen Wechselkurs zum Dollar basieren, diese für viele Investoren sehr attraktiv wären und wäre es nur aufgrund der Tatsache, dass der einschätzbare Wert leicht zu errechnen wäre. |
Wiederholung: Q-3D.1 bis Q-3D1.6.
Hausaufgaben: R-3.8 und R-3.9.
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