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(c) 2000 John Petroff; 2006 Übersetzung Hans H. Knauf |
Es gibt eine kleine Anzahl gern benutzter Bedingungen unter den Ertragsraten und den Ertragsraten mit Werten, die man auch als Lehrsätze bezeichnen kann. Im gesamten Feld der Finanzliteratur werden diese Beziehungen tatsächlich benutzt.
1 - Der Gesamtertrag (Rendite) ist gleich dem Marktertrag für vergleichbare Vermögenswerte
Diese Verbindung ist eine direkte Konsequenz aus dem Dominanzprinzip, welches in Kapitel 1 Abschnitt B besprochen wurde. Sind zwei Vermögenswerte sehr ähnlich, so treiben Investoren den Preis für den Vermögenswert mit dem höheren Gewinn nach oben und dadurch wird der Gewinn reduziert. Man kann dies sehr gut bei den Anleihe- und den Aktien-Renditen von Firmen der gleichen Industrie sehen. Das bestätigt, dass diese Beziehung universal ist.
2- Umgekehrte Beziehung zwischen Renditen und den Preisen aller finanzieller Vermögenswerte
Alle Renditen "R" sind eine Abwandlung des regelmäßig wiederkehrenden Einkommens (Preisveränderung plus Barzahlung) "I" geteilt durch den Preis "P"< /P>
R = I / P
Die Gleichung zeigt sehr deutlich diese umgekehrte Beziehung. Natürlich ist diese auch vorhanden in der Formel für Preis (oder Wert) "V" einer Abwandlung des Einkommen Flows "I" mit (d.h. geteilt durch) den Marktgewinn "1+R"
V = Summe( I / (1+R)t)
Diese Gleichung bestätigt die umgekehrte Beziehung zwischen Preis und Rendite.
Der empirische Nachweis dafür, dass diese Beziehung auf den Finanzmärkten Anwendung findet, ist jede Veröffentlichung des "Federal Reserve Board" in Bezug auf Zinsen, welches einen sofortigen Sprung in den Anleihe- und Aktienpreisen auslöst. Manchmal werden Zinsveränderungen auch vorweggenommen, und die Preise verändern sich vor der eigentlichen Veröffentlichung. Dieses Verhältnis stimmt immer und ist universal.
3- Das direkte Verhältnis zwischen Preisveränderung und Fälligkeit
Der vorige Lehrsatz stellte fest, dass sich die Preise aller finanzieller Vermögenswerte verändern, wenn sich die Marktzinsen ändern. Je weiter entfernt die Fälligkeit, desto größer ist die Preisveränderung. Dies ist eine direkte Konsequenz aus der Formel für die Diskontierung einer Jahreszahlung, die in Abschnitt C-2 dieses Kapitels vorgestellt wurde als
BP = C ((1 - (1 + i)-n) / i) + P (1 + i)-n
Nimmt die Fälligkeit zu, dann nimmt (1+i)-n ab. Der gegenwärtige Wert der Kapitalsumme "P" wird unerheblich und er Anleihewert ist der gleiche wie der gegenwärtige Wert der Renditezahlungen des Coupons, welches zu "C/i" hin tendiert. Der mathematische Nachweis hierfür ist reichlich kompliziert, weil der diskontierte Wert der Kapitalsumme und der des Coupons sich in gegenläufige Richtungen bewegen, deshalb benutzen wir hier eine vereinfachte Demonstration. Zwei Formeln mit Extremwerten und mit einem Zahlenbeispiel sollen die Beziehungen untereinander klar machen.
Zuerst nehmen wir eine sehr kurze Laufzeit. Hat der Vermögenswert eine Laufzeit von einem Jahr mit einem Zinsveränderungsfaktor "d", ändert sich der Preis wie folgt
(P1-P0)/P0 = P1/P0 -1 = ((P/(1+di)) / (P/(1+i))) - 1
= (1+i)/(1+di) - 1
Jetzt nehmen wir eine lange Laufzeit. Hat der Vermögenswert eine unendliche Laufzeit, verursacht dieselbe Zinsveränderung "d" die folgende Preisveränderung< /P>
(P1-P0)/P0 = P1/P0 -1 = ((P/di) / (P/i)) - 1
= 1/d -1
Man sollte beachten, dass die Preisveränderungen für die in diesem Beispiel gewählten Werte nicht bedeutungslos sind: Bei einer Zinsreduzierung von nur 0,01 ist die Preisveränderung einer Anleihe mit einer Laufzeit von mehr als 20 Jahren zehn Mal größer als die Preisveränderung einer Anleihe die weniger als zwei Jahre bis zur Fälligkeit braucht. Diese Beziehung stimmt für alle Werte, die Couponzinsen, Verzinsung bis zur Fälligkeit, und Zinsveränderung betreffen.
4- Das direkte Verhältnis zwischen Preisveränderung und Fälligkeit
Zinsrisiko misst man mittels der Veränderung des Portfoliowertes, die durch eine Zinsveränderung entsteht. Diese Beziehung ist die unmittelbare Folge unsers vorigen Lehrsatzes: Je länger die Laufzeiten in einem Portfolio desto größer werden die Preisveränderungen auf Grund von Zinsveränderungen, und dementsprechend auch das Zinsrisiko.
5- Die Größe einer Anleiheprämie (oder Nachlass) ist eine Funktion des Überschusses (oder Verringerung) der Couponrate gegenüber der Rendite bis zur Fälligkeit
Die Anleiheprämie (oder Nachlass) "Pr" ist der Unterschied zwischen dem Anleihewert "BV" und dem Nennwert "P"
Pr = BV - P
Ersetzen wir den Anleihewert mit der vorher benutzten Formel in Abschnitt C-2 dieses Kapitels Und setzen wir an die Stelle des Coupons "C" das Produkt von Nennwert "P" mit der Couponrate "CR"
Pr = P.CR ((1 - (1 + i)-n) / i) + P (1 + i)-n - P
so beträgt die relative Höhe der Prämie/Nachlass über dem Nennwert PR/P
Pr/P = CR ((1 - (1 + i)-n) / i) + (1 + i)-n - 1
oder vereinfacht
Pr/P = (CR - i) (1 - (1 + i)-n) / i
Deshalb ist Pr/P tatsächlich eine Funktion des Unterschiedes zwischen der Couponrate und dem Marktzins Cr-i.
Folgerung: eine Anleihe wird mit einer Prämie verkauft, wenn die Couponrate höher als der Marktzins ist. Eine Anleihe wird mit einem Diskont verkauft, wenn die Couponrate unter dem Marktzins liegt.
Diese Beziehung gilt immer.
Die Höhe der Anleiheprämie oder Nachlasses ist eine direkte Funktion der Laufzeit
In der oben erwähnten relativen Prämium- (oder Nachlass) Formel
Pr/P = (CR - i) (1 - (1 + i)-n) / i
sehen wir, je größer "n" ist, desto kleiner ist (1 + i)-n, je größer (1 - (1 + i)-n) / i und konsequenterweise ist ebenfalls die gesamte relative Prämie oder der Diskont größer. Für eine Anleihe ohne Laufzeitbegrenzung und "n" gleich unendlich, beträgt die relative Prämie
Pr/P = (CR - i)/i = CR/i -1
Diese Beziehung gilt immer.
7- Der Preis nähert sich dem Nennwert, wenn sich die Fälligkeit nähert.
Diese Beziehung ist im Grunde die gleiche wie die vorherige. Es ist trotzdem nützlich sie nochmals zu erwähnen, denn sie zeigt sehr klar die Entwicklung des Anleihewertes über eine gewisse Zeitspanne.
Außerdem bezieht sich der laufende Ertrag lediglich auf das Coupon Einkommen, doch die Verzinsung bis zur Fälligkeit beinhaltet zusätzlich den Wertzuwachs (und wir wissen, dass sich der Preis notwendigerweise erhöht - nach Lehrsatz 7 - je näher die Fälligkeit rückt). Deshalb ist für eine Anleihe, die mit einem Nachlass verkauft wird, der laufende Ertrag geringer als die Verzinsung bis zur Fälligkeit. Kombinieren wir die zwei Ungleichheiten:
Diese Beziehung gilt immer. Eine Parallele ergibt sich zwischen Anleihen und Aktien: Ist eine Aktie unterbewertet, so ist die Dividende geringer als die risikobereinigte Ertragsrate (Rendite).
9- Wenn eine Anleihe mit einem Nachlass verkauft wird dann CR&gt;CY&gt;YTM
Diese Darstellung ist genau umgekehrt von der vorherigen.
Nicht-Lehrsatz 10 - Die Erträge von Vermögenswerten mit einem höheren Risiko variieren mehr, als die von sicherern Vermögenswerten.
Es gibt ausreichend empirische Beweise, die eine Beziehung in der Verhaltensweise von Aktien kleinerer Unternehmen, vernachlässigten Aktien und Anleihen, deren Bonität nicht erstklassig ist, im Laufe eines Konjunkturzyklus befürworten. Trotzdem sollte man diese Beziehung nicht als einen echten Lehrsatz betrachten, da diese nicht immer gilt. Das ist der Fall, wenn eine notwendige Bedingung erfüllt wird (Vermögenswerte mit höherer Volatilität erbringen höhere Erträge), die Bedingung allein aber nicht ausreicht (Wertpapier mit höheren Erträgen haben nicht immer auch eine größere zukünftige Volatilität).
Wir beenden diesen Abschnitt mit der Beobachtung, dass, mit Ausnahme der letzten Beziehung, alle anderen Lehrsätze, die auf der Basis von Anleihe Formeln entwickelt wurden, ebenfalls auf alle anderen finanziellen Vermögenswerte angewandt werden können.
Wiederholung: Q-2G.1 bis Q-2G.4.
Hausaufgaben: R-2G.1.
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