(c) 2000 John Petroff; 2006 Übersetzung Hans H. Knauf

E- Risiko angepasste Ertragsrate

Anwendungsgrenzen und Erweiterungen der Risikobewertung

Die Portfoliotheorie wurde, zusätzlich zu der BETA Unbeständigkeit, von vielen Fachleuten für ihre effiziente Markthypothese kritisiert, die behauptet, dass der Marktpreis alle vorhandenen Informationen sofort widerspiegelt. Dabei verweisen die Sachkundigen auf die täglichen Preisschwingungen an allen Börsen, ohne dass bedeutende Informationen bekannt geworden wären. Enthielten die Preise tatsächlich alle Informationen, wäre es doch nutzlos Unternehmensanalysen durchzuführen, weil die Aktienpreise niemals verkehrt wären. Diese Themen werden in den folgenden Kapiteln nochmals angesprochen, einmal in Bezug auf Handelstrategien (besonders in Kapitel 4 Abschnitt F-2) und zweitens in Bezug auf analytische Methoden (Kapitel 5 Abschnitt J).

Hausaufgaben: R-2E4.2.

Dieser Abschnitt bezog sich auf einen wichtigen Beitrag zur modernen Portfoliotheorie in Bezug auf die Berichtigung der Ertragsrate für die Risikoanpassung, die man bei Unternehmensaktien findet. Für eine umfassendere Behandlung der Portfoliotheorie gibt es viele ausgezeichnete Texte, die sich auf Kapitalwert Preismodelle (capital assets pricing model (CAPM)) oder Preistheorie bei Kursunterschieden (arbitrage pricing theory (APT) beziehen. Die hier dargestellte Risikoangleichung für Aktien gilt natürlich auch für alle andere Formen von finanziellen Vermögenswerten und Entscheidungen, was im Laufe der folgenden Kapitel noch deutlich werden wird.

Die Anpassung der gewünschten Ertragsrate durch Berücksichtigung des mit BETA gemessenen Risikos ist die meist verwandte Methode. Es kann jedoch vorkommen, dass das Risiko nicht objektiv gemessen werden kann, weil es für den in Frage kommenden Vermögenswert keinen Markt gibt. Das ist zum Beispiel bei einem Bankdarlehen der Fall, wenn die Bank plötzlich entscheidet, dass das Darlehen nicht zurückzahlbar ist. Wie wir in Kapitel 3 Abschnitt C-2 sehen werden, ist es üblich eine Reserve für mögliche Verluste einzurichten. Die Höhe dieser Reserve ist durch die Erfahrung mit ähnlichen Darlehen bestimmt. Es gibt noch keine Theorie zur Reduzierung von Vermögenswerten, wenn zusätzliche Risiken oder Unsicherheiten durch verschiedene negative neue Ereignisse oder Umstände auftreten. Es gibt einige wenige Gelegenheiten, wenn das jedoch notwendig wird, wie z. B. bei einem Unternehmen, dass man erwerben möchte, dessen Aktien aber von wenigen Besitzern gehalten werden und es deshalb keinen aktiven Markt für diese Aktien gibt; mehr in Kapitel 4 Abschnitt H.

Wiederholung: Q-2E4.1 und Q-2E4.3.

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zuletzt geändert: 1.Juni 2001
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