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(c) 2000 John Petroff; 2006 Übersetzung Hans. H. Knauf |
Im Allgemeinen, je länger das Geld eines Kreditgebers für einen finanziellen Vermögenswert gebraucht wird, desto höher ist diese Komponente des Zinssatzes (ungeachtet des Risikos oder der Inflation). Diese zunehmenden Erträge bei langen Fälligkeitsdaten nennt man auch Zinsstruktur oder Ertragskurve (und auch bekannt als Terminstruktur). In normalen Zeiten bedeutet dies also je weiter entfernt das Fälligkeitsdatum, desto höher sind die Zinsen. Die normalerweise langsam ansteigende Ertragskurve erklärt sich durch die zunehmende Abneigung gegen Illiquidität bei langen Fälligkeitsdaten, sowie der Erwartung einer gewissen Inflation. Die grafische Darstellung G-2.1 zeigt eine Ertragskurve von US Kommunalobligationen am 16. April 2000, die auf Zahlen basieren, die von Standard & Poor auf deren Webseite veröffentlicht wurden www.s&p.com.

Wird eine ansteigende Inflation vorhergesagt (z.B. auf Grund einer rasch anwachsenden Wirtschaft), so steigt die Ertragskurve stärker. Langzeitfristige Wertpapiere verlieren an Wert, wenn die Zinsen steigen. Deshalb ist es ziemlich sinnlos Papiere mit langfristigen Fälligkeitsdaten zu halten: Jeder Trittbrettfahrer verkauft dann langzeitfristige Fälligkeiten. Das verursacht dann eine Preisnachgabe und einen Anstieg der Ertragsrate. Das Gegenteil ist, wenn eine Disinflation (d.h. die Inflation reduziert sich) erwartet wird, dann nimmt der Wert der langfristigen Wertpapiere zu, und die Zinsen gehen runter. Kurzfristige Anleihen haben keine Möglichkeit für einen solchen Wertzuwachs, und deshalb wechseln Investoren auf langfristige Bonds über, um von den zu erwartenden Preisanstiegen zu profitieren. Diese zusätzliche Nachfrage nach langfristigen Bonds drückt den Preis nach oben und die Ertragsrate nach unten. Disinflation verursacht eine ungewöhnliche nach unten abfallende Linie der Ertragskurve. Die Erklärung für die Zinsstruktur wird auch als Marktsegmentierung bezeichnet.
| In 1995 hatte Russland eine nach oben zeigende Ertragskurve. Wie bereits erwähnt, gibt es sehr wenige Rubel Darlehen, die eine Fälligkeit von mehr als einem Jahr haben. In den Vereinigten Staaten ging die Ertragskurve in 1995 stark nach oben (eine "J" Linie) aufgrund des vorherrschenden Wirtschaftswachstums und der Erwartung, dass die Inflation anziehen würde. Die Ertragskurven von der Schweiz und Deutschland zeigten 1994 nach unten und deuteten damit für die Zukunft eine niedrigere Inflationsrate an. |
Wiederholungsaufgaben: Q-2D4.1 bis Q-2D4.5.
Hausaufgaben:R-D4.1.
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