(c) 2000 John Petroff; Übersetzung 2006 Hans H. Knauf

3) - Liquiditätspräferenzen

Abgesehen von dem entgangenen Gewinn (Ausgleich für die Nichtbenutzung von Geldern, wie gerade besprochen) ist es doch immer unangenehm, wenn man über sein eigenes Kapital nicht verfügen kann. Das ist ein psychologisches Element, beeinflusst durch Sitten und Gebräuche, die sich auf die Zukunft beziehen. In manchen Gesellschaften ist es üblich vorsichtshalber größere Geldsummen für zukünftige und/oder spekulative Zwecke zurück zu halten.

LiquiditätspräferenzenGeldgeschwindigkeit (d.h. wie oft sich das in den Händen der Verbraucher befindliche Geld umschlägt) nimmt in Zeiten des Wohlstandes zu (d.h. die Liquiditätspräferenz nimmt ab) und während einer Rezession nimmt es ab (d.h. die Liquiditätspräferenz nimmt zu). In Zeiten des Wohlstandes wird im Vergleich zum Barguthaben mehr ausgegeben; nicht so während einer Rezession, wenn mehr Bargeld vor der Furcht einer bedrohlichen Zukunft zurückgehalten wird. Weiterhin sind die Ertragsraten (Renditen) aus Investitionen in Wertpapiere während einer wirtschaftlichen Rezession rückläufig (weil die Unternehmen schlechte Gewinnaussichten haben), und es ist nicht gerade klug das gesamte Kapital in Wertpapieren anzulegen, die geringe Gewinne abwerfen, weil man höhere Gewinne erwarten kann, sobald sich die Wirtschaft erholt hat. Finanzielle Gründe und Ursachen des Konsumverhaltens ergeben deshalb große Summen brachliegenden Kapitals, d.h. hohe Liquiditätspräferenzen, welche die Zinsen während eines wirtschaftlichen Rückgangs nach unten drücken.

In Ländern mit hochentwickelten Finanzmärkten und hohen Sparraten ist es nicht so notwendig große Geldsummen vorrätig zu halten, weil der Sparer leichten Zugang zu seinen Spareinlagen hat. Zum Beispiel kann man die niedrigen Zinsen in Japan und der Schweiz darauf zurückführen (zusätzlich zu der niedrigen Inflation). Die hohe Inflation in Russland in 1995 hielt viele davon ab, Rubel zu halten. Doch sind finanzielle Vermögenswerte auch kein guter Ersatz für Bargeld und die Finanzmärkte werden "unflüssig" (im Vergleich zu den westlichen Finanzmärkten). Das verursachte das Halten von großen Mengen von festen Währungen oder Kapitalflucht aus dem Lande.

Wiederholungsaufgaben: Q-2D3.1 bis Q-2D3.8.

Hausaufgaben: R-2D3.1.

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Zuletzt geändert: Juni/01/01
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