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(c) 2000 John Petroff; Übersetzung 2006 Hans H. Knauf |
A- Für wen ist diese Anleitung geschrieben?
Diese Anleitung wurde für diejenigen geschrieben, die den Wunsch haben als Finanzanalysten in einer Bank, Investitionsfirma, Versicherung, in anderen finanziellen Institutionen oder in den Finanzabteilungen von Unternehmen zu arbeiten. Andere Personen, die sich für den Finanzbereich interessieren, mögen diesen Text ebenfalls nützlich finden. Das Material ist absichtlich so vorbereitet worden, dass es sofort praktische Anwendung finden kann. Die Theorie beschränkt sich auf ein Minimum um schnellen Zugriff auf die praktische Anwendung zu ermöglichen.
Die Reihenfolge der Kapitel ist so angelegt, dass man von theoretischen und abstrakten Konzepten zu den praktischen Methoden gelangt, und von dort zu den spezifischen Einzelheiten der Analyse und empirischen Nachweisen. Eine ähnliche Reihenfolge ist für jedes einzelne Kapitel wann immer möglich angelegt. In jedem Kapitel wird außerdem eine Parallele zwischen verschiedenen finanziellen Vermögenswerten und zwischen den verschiedenen Gründen für eine finanzielle Analyse aufgezeigt. Solche Parallelen sind für Finanztextbücher nicht üblich, in denen die Diskussionen über den Kauf von Anleihen, Aktienportofolio Management, Bankdarlehen und anderen finanziellen Entscheidungen meist separat behandelt werden; manchmal sogar in separaten Bänden vom gleichen Autor. Es wird angenommen, dass dieser Ansatz, bei dem Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Arten der Finanzanalyse aufgezeigt werden, eine zusätzliche Einsicht im Verständnis über den Finanzbereich geben kann.
Obgleich diese Anleitung nicht als Theorie gedacht ist, kann sie doch für die Kurse von Universitätsstudenten oder für die fortgeschrittenen Kurse von Studenten der Hochschulen benutzt werden. Ein Student sollte aber Anfangskurse in Volkswirtschaft, Buchhaltung, Finanz und vielleicht der Bankwirtschaft absolviert haben. Der Leser wird jedoch, soweit dies notwendig ist, auf einführende Textbücher, die sich auf diese Themen beziehen, hingewiesen.
Weiterhin soll diese Anleitung für Studenten und andere Anwender in allen Ländern der Erde und besonders in den Entwicklungsländern und den Volkswirtschaften, die sich im Übergang befinden, benutzbar sein. Die Finanzmärkte, auf die wir uns hier meistenteils beziehen, sind die der Vereinigten Staaten. Das ist auch richtig so, weil die amerikanischen Finanzmärkte die Größten, die technologisch am Meisten Fortgeschrittenen und die, in Bezug auf Organisation und Rechtslage, am Meisten entwickelten sind.
Gelegentlich werden aber auch Charakteristiken finanzieller Entscheidungen erwähnt, wie man sie in anderen Ländern findet. Als Beispiel sei genannt Kapitel 5 wo das amerikanische GAAP Buchhaltungssystem mit anderen Buchhaltungssystemen beschrieben, kritisiert und verglichen wird. Da GAAP und die internationalen Buchhaltungssysteme nicht voll harmonisiert sind, kann man zu der Erkenntnis gelangen, dass es kein einheitliches System gibt, dass für jedes einzelne Land empfohlen werden kann. Kapitel 6könnte in der gesamten Finanzliteratur vielleicht einmalig sein. Es stellt ein nicht-westliches Buchhaltungssystem vor und zeigt dessen Nachteile. Die Kritik ist scharf. Der Grund hierfür liegt bei der Bedeutung absichtlich sehr wohl vorbereitete finanzielle Daten zu verwenden, indem Probleme aufgezeigt werden, die dann entstehen, wenn solche finanzielle Daten nicht ausdrücklich für Entscheidungen im Geschäftsleben gedacht sind. In verschiedenen anderen Kapiteln werden kurze Bemerkungen über die Bedingungen in Russland gemacht, die ebenfalls ungewöhnliche Bedingungen in den Finanzmärkten zeigen. Nochmals: Es ist nicht beabsichtigt ein bestimmtes Land hervorzuheben, sondern einen Vergleich und eine Einschätzung zu erlauben, wenn die Dinge nicht so richtig funktionieren.
Die Anmerkungen über die Handlungsweise in verschiedenen anderen Ländern und die dadurch entstehenden Vergleiche können besonders für solche Leser interessant sein, die in anderen Teilen der Welt leben: in den Entwicklungsländern und in Ländern die sich im Übergang befinden und in denen soziale und wirtschaftliche Fortschritte durch nicht richtig funktionierende Finanzmärkte unterdrückt werden. Natürlich müssen diese Leser die englische Sprache beherrschen. Einige Kapitel sind jedoch bereits in die russische Sprache übersetzt worden und die Übersetzung der anderen Kapitel ins Russische ist geplant. Eine russische Version wird deshalb als eine Priorität angesehen, weil die Finanzfachleute in der früheren Sowjet Union einen dringenden Bedarf haben, westliches finanzielles Wissen und Fähigkeiten zu meistern, die unter der kommunistischen zentralen Planung nicht notwendig waren. Übersetzungen in andere Sprachen werden auch in Betracht gezogen. Es steht aber nicht fest, ob Übersetzungen überhaupt notwendig sind, denn es ist unleugbar, dass Englisch die Geschäfts- und ganz besonders die Finanzsprache ist.
Das Textbuch ist deshalb besonders für diejenigen geeignet die planen Finanzanalysten zu werden. In den Vereinigten Staaten können solche Fachleute den Titel eines CFA oder Chartered Financial Analyst (Eingetragener Finanzanalyst) erwerben, der von der "Association for Investment Management and Research (AIMR)" vergeben wird. Um ein "Chartered Financial Analyst" zu werden, müssen eine Reihe von sehr strengen Prüfungen bestanden werden. Aufgrund des Umfangs von finanziellen und nicht-finanziellen Informationen, die in einer analytischen vorhersagenden Weise gesammelt und verarbeitet werden müssen, nimmt die Ausbildung eines Analysten gewöhnlich viel Zeit in Anspruch (mehrere Jahre). Deshalb ist ein Analyst normalerweise auch nur auf ein paar Firmen oder Industrien spezialisiert. Diese Spezialisierung verleiht dem Analysten jedoch Sachkenntnisse, die sich nicht nur auf den finanziellen Sektor, sondern auch auf Verwaltungs-, Produktions-, Marketing- und technische Angelegenheiten beziehen. A NAME="anchor16757">Weil andere Länder bisher solche dem CFA-ähnliche Fachzeugnisse noch nicht entwickelt haben, führt AIMR seine Prüfungen in zahlreichen Städten in der ganzen Welt aus. Bald wird es außerhalb der Vereinigten Staaten mehr Diplomas geben als innerhalb, gemäß einem Artikel von Daniel Fisher in der Ausgabe vom 21. Februar 2000 in dem Magazin "Forbes" mit dem Titel "Credentials to the World".
Im Rest dieses Einführungskapitels wird der übergreifende Zweck dieser Texte weiter entwickelt um Sicher zu stellen, dass die Themen dieser Anleitung nicht zu sehr vereinfacht werden und der Leser sich richtig darauf einstellen kann. Das Kapitel endet mit den Informationsquellen, die von Finanzfachleuten benutzt werden. Im Folgenden wird auf diese Quellen immer wieder zurück gegriffen, denn Analyse bedeutet natürlich Informationen zu verarbeiten. Zu wissen welche Information gebraucht wird und wo sie zu finden ist, ist bereits die halbe Arbeit.
Sehen Sie hierzu auch die Wiederholungsfragen Q-1A.1 bis Q-1A.6 und Forschungsaufgaben R-1A.1
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